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Tinnitus Therapieforum » Forum -- Hyperakusis -- » Hyperakkusis und Fliegen
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Verfasser Thema
Roma
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Beiträge: 2
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Februar 2010
Hyperakkusis und Fliegen So, 07 Februar 2010 00:56 Zum nächsten Beitrag gehen
Seit August 2009 leide ich an Hyperakkusis und Tinnitus. Ausgelöst wurde das Problem wohl durch ein Lärmtrauma nach einer längeren Motorradfahrt auf der Autobahn (von Norditalien nach Düsseldorf). Zunächst hatte ich zwei Hörstürze (erst rechts, dann links), aber dann wurde vor allem die Hyperakkusis zunehmend zum Problem. Nach der üblichen Behandlung mit Haes, Cortison, Trental und Gingko wurde es langsam etwas besser. Im Oktober hatte ich einen längeren Flug (ca 8 Stunden) und danach hat sich die Situation wieder verschlechtert (auch die Hörfähigkeit). Seit dem bin ich nicht mehr geflogen und versuche mich schrittweise wieder lauteren Sitationen auszusetzen, insgesamt mit Erfolg. Allerdings habe ich jedes Mal wieder einen kleinen Rückfall, wenn ich mehr als zwei Stunden autofahre.

Da ich beruflich oft längere Flüge machen muss, ist meine Hauptfrage, wann ich wieder fliegen kann, ohne den Heilungsprozess zu gefährden oder einen weiteren Rückfall zu riskieren. Dies Erfahrungen mit dem Autofahren verunsichern mich etwas.

Ich lebe ich Rom und habe leider noch keine spezialisierten Behandlungsangebote in Sachen Hyperakkusis / Tinnitus gefunden. Im Internet bin ich auch auf keine Antwort gestossen. Leider ist Flugfähigkeit in meinem Beruf essentiell und ich mache mir etwas Sorgen über die Zukunft. Können Sie mir einen Rat geben? Kennen Sie einen vielleicht einen Spezialisten in Rom?

Beste Grüsse
      
Dr. Hoffmann
Member


Beiträge: 78
Ort: Bad Arolsen
Registriert:
März 2009
Re:Hyperakkusis und Fliegen Mo, 08 Februar 2010 12:45 Zum vorherigen Beitrag gehen
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Sehr geehrter Roma,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage.

Zunächst einmal kann ich Sie beruhigen. Ein direkter Zusammenhang zwischen Tinnitus/ Hyperakusis und dem Fliegen besteht nicht.

Die Hörverschlechterung beim Fliegen beruht auf eine schlechte Belüftung des Mittelohres über die Tuba auditiva (so zusagen das Ventil zwischen Mittelohr und Nase), die im Mittelohr für den Druckausgleich sorgt. Hier gibt es meistens Probleme beim Landen, seltener beim Starten. Abhilfen schaft die Anwendung eines abschwellenden Nasensprays ca. 1 Stunde vor der Landung, bzw. vor dem Start. Durch diese mittelohrbedingte Hörverschlechterung kann es, ähnlich wie beim Tragen von Gehörschutz, aufgrund der geringeren Stärke des Nutzsignals zu einer internen Anhebung des Störsignalpegels (Tinnitus) kommen.

Beim Autofahren kann es je nach Strecke (z.B. in den Bergen) zu ähnlichen Phänomenen kommen.

Ein anderes Problem stellt die Lärmbelastung dar, hier kann Dauerlärm z.B. durch Fahrtwindgeräusche die Haarzellen des Gehöres in Mitleidenschaft ziehen, diese Arbeiten dann nicht mehr optimal und es kommt wiederum zu einer Absenkung des Nutzsignales und durch Störungen (verstärkt bei gleichzeitiger Streßbelastung) im Filtersystem des Ohres zur Anhebung des Störsignalpegels (Tinnitus), gleichzeitig steigt aber die Empfindlichkeit des Ohres auf Schallreize deutlich an (Hyperakusis).

Desweiteren spielt sicher die Streßbelastung eine wichtige Rolle,
sehe Sie bitte die "Hörstürze" und den Tinnitus auch als Überlastungswarnung des Körpers an.

Einen Spezialisten in Rom kann ich Ihnen leider nicht nennen.

Zunächst einmal sollte die Mittelohrfunktion getestet werden, wenn die Belüftung dort zeitweilig nicht ausreichend ist, kann ein abschwellendes Nasenspray kurzfristig Abhilfe schaffen.

Langfristig wäre die Ursache dieser Belüftungsstörung z.B. eine Pollen- oder Milbenallergie oder eine behinderte Nasenatmung abzuklären und zu behandeln.

Zusätzlich sollten Hörtests, Messungen der Haarzellfunktion usw. gemacht werden.

Gern bieten wir Ihnen unsere 1-Tages.Intensivdiagnostik an.

Nach dem Vorliegen aller Befunde kann man dann eine genauere Aussage treffen.

Bitte wenden Sie sich diesbzgl. an Frau Trost +495691 896 759

Gruß aus Bad Arolsen.

[Aktualisiert am: Mo, 08 Februar 2010 12:49]


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Dr. Hoffmann, Oberarzt, Facharzt für HNO-Heilkunde, Ärztlicher Leiter des Hör- und Gleichgewichtsinstitutes Schön Klinik Große Allee Große Allee 1-3 34454 Bad Arolsen

      
Roma
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Beiträge: 2
Registriert:
Februar 2010
Re:Hyperakkusis und Fliegen Di, 23 Februar 2010 19:45 Zum vorherigen Beitrag gehen
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Habe diese Nachricht bereits gestern (Montag, 22 Feb) gepostet, aber sie ist noch nicht im Forum sichtbar. Daher sende ich sie erneut, hoffentlich klappt's diesmal.

Lieber Herr Dr Hoffmann,

vielen Dank für Ihre schnelle und ausführliche Antwort. Leider hatte ich gar nicht mehr auf die Seite geschaut, da ich mit von einer Email Benachrichtigung im Falle einer Antwort ausgegangen war. Daher sehe ich Ihre Antwort erst jetzt.

Die Mittelohrfunktion ist untersucht worden und laut HNO in Rom liegt ein meinem Fall hier micht die Ursache des Problems. Ich hatte auf meinem letzten Flug im Oktober (auf dem es zur erneuten Verschlechterung gekommen ist) Nasenspray benutzt. Insgesamt sind bereits mehrfach verschiedene Tests gemacht worden (u.a. otoakkustische Emissionen, Tympanogramme und Hörtests) die einen Innenohrschaden zeigen. Ich hatte vor dem Hörsturz bereits eine leichte Innenohrschwerhörigkeit (bis zu 30 DB zwischen 1 und 8 KHz, beidseitit), die sich jedoch nach den Hörstürzen (erst rechts, dann links) auf bis zu 45 - 50 DB verschlechtert hat, besonders in den Frequenzen um 3-4 KHz und bei 8 KHz (hier sitzt der Tinnitus). Zwischenzeitlich, d.h. nach einigen Wochen Ruhe hatte sich die Hörkurve wieder etwas gebessert, aber nach dem Flug ging sie wieder Richtung 45 DB runter. Ausserdem hatte ich starken Tinnitus und Geräuschempfindlichkeit bzw klirrende Verzerrungen. Telefon, Fernseher und bestimmte Stimmen sind dann seher unangenehm bzw tinnitusverstärkend.

Seit dem letzten Flug hat sich die Situation wieder gebessert und die Hörkurve ist wieder im Bereich wie vor den Hörstürzen. Der seit November behandelnde Arzt sagt mir dass ich mich schrittweise lauteren Situation aussetzen solle, was ich seit November auch tue. Ausserdem benutze ich seit ein paar Wochen einen Noiser für einige Stunden am Tag. Insgesamt hat sich die Hyperakkusis verringert. Allerdings ist die Situation nicht stabil: Nach einem Restaurantbesuch oder ähnlichen (und da werden in Rom schon beachtliche Pegel erreicht) klirren mir erstmal wieder die Ohren, d.h. der Tinnitus wird lauter und manchmal habe ich auch wieder diese Verzerrungen. Zum Glück legt sich das nach 1 - 2 Tagen wieder. Etwas stärker sind diese Symptome leider beim Autofahren. Nach (bzw auch schon während) einer mehrstündigen Fahrt in einem relativ leisen Auto nimmt der Tinnitus deutlich zu und meine Ohren sind danach wieder empfindlicher (auch nach Fahrten im Flaschland). Beim Skiurlaub in der Schweiz Anfang Januar hatte ich allerdings auch sehr lauten Tinnitus, vielleicht wegen der Höhe oder der körperlichen Anstrengung?.

Aufgund des oben geschilderten habe ich insgesamt zwar den Eindruck, auf dem Weg der Besserung zu sein, bin aber etwas verwirrt und verunsichert wegen der Rückschläge nach Lärmbelastung. Ich habe den Eindruck, dass meine Ohren noch nicht stabil sind und immernoch empfindlich auf längere monotone Geräusche reagieren (Auto, Fliegen, Geräuschpegel in der Bar) und hoffe, meine Ohren durch schrittweises "Desensibilieren" wieder stabilisieren zu können. Wegen der Schwankungen und der Erfahrungen nach dem letzten Flug habe ich die Sorge, dass ein 6, 8 oder 10 stündiger Flug noch zu viel sein könnte (kummulative Lármbelastung) und den Fortschritt wieder zunichtemachen würde.

Ich wollte Sie daher nochmal um Ihren Rat fragen: Wie würden Sie das Risiko eines längeren Fluges einschätzen? Verfolge ich insgesamt den richtigen Weg? Kann ich überhaupt damit rechnen dass meine Ohren wieder "normal" werden, d.h. dass ich wieder längere Auto- und Motrorradfahrten, Flugreisen, etc antreten und auf Konzerte gehen kann, etc? Oder gehe ich aufgrund der Vorgeschichte damit immer ein groesseres Risiko ein?

Bitte entschuldigen Sie dieses lange Posting. Für Ihre Einschätung und Ihren Rat wäre Ihnen sehr dankbar.
      
Dr. Hoffmann
Member


Beiträge: 78
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März 2009
Re:Re:Hyperakkusis und Fliegen Fr, 26 Februar 2010 09:15 Zum vorherigen Beitrag gehen
Sehr geehrter Roma,

ehrlich gesagt denke ich, daß Sie extremst streßbelastet sind, u.a. viele (lange) Geschäftsreisen mit Auto und Flugzeug.

Tinnitus und Hyperakusis sind auch immer ein Zeichen, daß man einfach "zuviel um die Ohren" hat.

Sie brauchen eine längere "Auszeit".

Erholung tritt z.B. bei einem Urlaub erst in der dritten Woche ein!

Gruß aus Bad Arolsen

[Aktualisiert am: Fr, 26 Februar 2010 09:19]


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Dr. Hoffmann, Oberarzt, Facharzt für HNO-Heilkunde, Ärztlicher Leiter des Hör- und Gleichgewichtsinstitutes Schön Klinik Große Allee Große Allee 1-3 34454 Bad Arolsen

      
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