Häufige Fragen

Bei mir wurde ein auffälliger Befund in der Brustdrüse festgestellt. Was tue ich?
Drei Viertel aller Veränderungen in der Brust sind gutartig. Wenn Sie bereits Ihren Gynäkologen oder Hausarzt aufgesucht haben, wird dieser mit Ihnen das weitere Verfahren besprechen. Üblicherweise werden Sie in einem Brustzentrum vorgestellt, um herauszufinden, welcher Art die Veränderung ist. Darauf baut dann das weitere Vorgehen auf.

Wie ist die weibliche Brust eigentlich aufgebaut?
Die Brust liegt auf dem großen Brustmuskel und besteht neben dem Milchdrüsenkörper überwiegend aus Fett- und Bindegewebe. Im Bindegewebe liegen die Drüsenlappen (Lubus) und Drüsengänge (Ductus). Zusätzlich sind in der Brust Blut- und Lymphgefäße vorhanden. Die Lymphgefäße verlaufen zu den Lymphknoten in der Achselhöhle und zum Brustbein. Die Lymphknoten fangen körperfremde Substanzen, Krankheitserreger und auch Tumorzellen ab.
Bei mir besteht eine starke Rötung mit Entzündung der Brust – was tue ich?
Abhängig von den Befunden, die Ihr Arzt erhebt, wird entschieden, ob eine antibiotische Behandlung ausreicht oder eine weitere Diagnostik, wie z.B. beim tastbaren Knoten, erforderlich ist.

Bei mir besteht eine starke Rötung mit Entzündung der Brust – was tue ich?
Abhängig von den Befunden, die Ihr Arzt erhebt, wird entschieden, ob eine antibiotische Behandlung ausreicht oder eine weitere Diagnostik, wie z.B. beim tastbaren Knoten, erforderlich ist.

Bei mir besteht ein tastbarer Knoten in der Brust. Was ist zu tun?
Zusätzlich zur Beurteilung durch Ihren Arzt sollte noch eine Mammographie (auch der nicht betroffenen Seite) und eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden. Abhängig von den Befunden wird Ihr Arzt Ihnen empfehlen, eine sogenannte Gewebeprobe entnehmen zu lassen. In Abhängigkeit von diesem Befund kann man entscheiden, ob der Knoten entfernt werden sollte oder beobachtet werden kann. Die Gewebeprobe wird mit Hilfe einer sogenannten Hochgeschwindigkeits-Stanze entnommen.

Was ist eine Hochgeschwindigkeitsbiopsie?
Kleine Veränderungen in der Brust, z. B. kleine Gruppen von Mikrokalk,  lassen sich häufig durch die „Vakuumbiopsie“,  eine „microinvasive“ Operation (wenig verletzende Operation), abklären oder sogar entfernen. Der Eingriff in örtlicher Betäubung ist weitgehend schmerzfrei. Es wird computergesteuert eine nur ca. 3mm dicke Hohlnadel in den auffälligen Bereich der Brust eingebracht. Die betroffene Brust wird dazu, ähnlich wie bei der Mammografie, zwischen zwei Platten komprimiert. Ein zylindrisches Messer entnimmt durch die Kanüle mehrere schmale Gewebestreifen, die durch das Vakuum herausgesaugt werden. Danach werden die Proben geröntgt und unter dem Mikroskop untersucht. Wenn es sich um gutartige Veränderungen handelt, ist meist keine weitere Operation notwendig, anderenfalls sollte ein paar Tage später in Narkose operiert werden.


Bei mir wurde eine Zyste festgestellt. Was sind die nächsten Schritte?
Zysten sind fast immer gutartig und werden daher meistens nur beobachtet. Erst wenn sich die Zyste vergrößert und Ihnen Beschwerden bereitet wird die Zyste punktiert. Der Inhalt wird untersucht (Zytologie), die Zyste mit Luft aufgefüllt und nochmals geröntgt. In seltenen Fällen kann eine komplette Entfernung der Zyste angezeigt sein.

Bei mir besteht ein auffälliger Befund, der nur in der Mammographie oder Sonographie zu sehen, aber nicht tastbar ist. Was wäre zu tun?
Je nach Befund wird Ihnen der Arzt zu einer Kontrolle oder Entfernung raten. Je nach Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung wird Ihr Arzt mit Ihnen das weitere Vorgehen besprechen. Auch bei einem gutartigen Befund sollten Sie weiter zu Ihrem Arzt zur Früherkennung gehen und regelmäßig, einmal im Monat, möglichst nach Ihrer Periodenblutung, die Brust selbst untersuchen.

Wie kann ich sinnvoll Vorsorge betreiben?
Sie sollten Ihre Brust regelmäßig selbst untersuchen, möglichst nach Ihrer Periodenblutung in der ersten Zyklushälfte. Zusätzlich wird zur Vorsorge eine regelmäßige Mammographie empfohlen.
Empfehlungen zur Häufigkeit einer Mammographie sind (noch) nicht einheitlich, jedoch wird spätestens ab dem 50. Lebensjahr geraten, alle 2 Jahre eine Aufnahme durchführen zulassen.

Bei mir besteht eine Häufung von Krebserkrankungen in der Familie. Muss ich mich besonders verhalten?
Sie bedürfen einer speziellen Betreuung durch Ihren Arzt. Er trägt dafür Sorge, dass Ihre Brust regelmäßig mit Ultraschall und durch die Mammographie sowie eine Tastuntersuchung kontrolliert wird.
Die Universitätskliniken in Lübeck und Kiel haben in der Humangenetik darüber hinaus eine spezielle Beratung für Patientinnen mit Brustkrebserkrankungen in der Familie. Hier können Sie weitere Ratschläge einholen. In Kiel ist eine Terminvereinbarung oder weitere Information unter der Telefonnummer 0431-5971776 möglich. In Lübeck können Sie sich beim Institut für Humangenetik, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck, Tel. +49 451 500 2621, Fax +49 451 500 4187 informieren.

Worauf sollte ich bei der Selbstuntersuchung der Brust achten?

  • Tastbare Knoten oder Verhärtungen.
  • Plötzliche Unterschiede in der Größe oder der Kontur der Brüste.
  • Einziehungen, Veränderungen oder Rötungen der Haut.
  • Neu aufgetretene eingezogene Brustwarze.
  • Flüssigkeitsaustritt aus einer oder beiden Brustwarzen.
  • Knoten in der Achselhöhle.
  • Fragen Sie auch Ihren Arzt nach Informationen zur Selbstuntersuchung und Kursen.