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Therapie
Brustkrebs ist heute heilbar, wenn er frühzeitig erkannt und optimal
behandelt wird. In Deutschland erkrankt mit zunehmender Tendenz etwa jede
9. Frau, das entspricht etwa 46.000 Neuerkrankungen pro Jahr.
Es gibt folgende Behandlungsmöglichkeiten, die häufig miteinander kombiniert
werden:
- Operation
- Strahlentherapie
- Antihormontherapie
- Chemotherapie
- Antikörperbehandlung
Die Therapie von Brustkrebs ist heute weltweit sehr ähnlich und in Deutschland
durch die sogenannte S3-Leitlinien weitgehend standardisiert. Bis auf
wenige Ausnahmen wurden alle Patientinnen im Anschluss an die operative
Therapie nachbehandelt.
Operation
Früher wurde bei Brustkrebs meistens die gesamte Brust entfernt, heute
werden ca. 70% der Patientinnen brusterhaltend therapiert. Entscheidend
ist, dass der Tumor vollständig mit ausreichendem Sicherheitssaum entfernt
wird. Zusätzlich werden die Lymphknoten aus der Achselhöhle der betroffenen
Seite entnommen und feingeweblich, dass heißt, auf Tumorzellen, untersucht.
Nach einer brusterhaltenden Therapie gilt es heute als Standard, die betroffene
Brust nachzubestrahlen.
Bei bösartigen Befunden ist immer zu empfehlen, dass überprüft
wird, ob die Lymphknoten in der Axelhöhle Tumorzellen enthalten.
Früher wurden zur Beurteilung des Stadiums immer mindestens 10 Lymphknoten
entfernt. Heute wird in den häufigsten Fällen die sehr schonende
SENTINEL-Methode angewendet. Bei dieser Methode werden die wichtigsten
sogenannten "Wächterlymphknoten" radioaktiv markiert und während der laufenden
Operation auf mögliche Tumorzellen untersucht. Wenn bei dieser Untersuchung
und auch bei der nachfolgenden Untersuchnung der Lymphknoten keine Tumorzellen
gefunden werden, kann darauf verzichtet werden, Lymphknoten in größerem
Ausmaß aus der Achselhöhle zu entfernen. Das minimiert Risiken
und evtl. Langzeitschäden. Im Brustzentum Ostholstein wird die Sentinel-Methode
seit dem Jahr 2003 zunehmend häufiger angewendet. Den Patientinnen geht
es körperlich und seelisch deutlich besser.

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Entfernung der Brust
In wenigen Fällen muss eine komplette Entfernung der Brust vorgenommen
werden. Das ist z. B. der Fall, wenn der Befund sehr ausgedehnt ist, mehrere
Tumore vorliegen oder die Brusthaut befallen ist. Abhängig vom Befund
wird entschieden, ob auch die axillären Lymphknoten entfernt werden
müssen.
Strahlentherapie
An eine brusterhaltende Therapie schließt sich eine Bestrahlung an.
In seltenen Fällen ist auch eine Bestrahlung der Achselhöhe oder
der Brustwand nach kompletter Entfernung der Brust notwendig. Die Bestrahlung
wird heutzutage genau geplant und dauert ca. 5-6 Wochen. Durch neue Techniken
sind Komplikationen und Spätfolgen sehr selten geworden.
Antihormontherapie
Östrogene sind weibliche Geschlechtshormone, die bis zum Ausbleiben
der Regelblutung in den Eierstöcken gebildet werden. Nach den Wechseljahren
entstehen Östrogene durch die Umwandlung von männlichen Geschlechtshormonen
(Testosteron) mit Hilfe des Enzyms Aromatase. Viele Arten von Brustkrebszellen
werden, wie auch normale Zellen der Brustdrüse, durch Östrogene im Wachstum
angeregt. Ca. 60% bis 70% der Brusttumoren reagieren auf Hormone. Brustgewebe
wird deshalb immer auf sogenannte Hormonrezeptoren untersucht, um medikamentös
einem weiteren Wachstum der Zellen vorzubeugen. Es gibt folgende antihormonelle
Therapien:
- Bei Frauen nach den Wechseljahren wird in Abhängigkeit von mehreren
medizinischen Faktoren über eine Behandlung mit einem Antiöstrogen
(Tamoxifen) oder einem Aromatasehemmer (Anastrozol, Exemestan, Letrozol)
enschieden. Die Behandlung mit diesen Tabletten kann 5 - 7 Jarhe dauern.
Die Medikamente können auch nacheinander eingesetzt werden (sogenannter
Switch).
- Bei Frauen vor den Wechseljahren erfolgt eine Behandlung von Antiöstrogenen
in Kombination mit einer Spritze in die Bauchhaut zur Ausschaltung der
Eierstöcke.
Chemotherapie
Brustkrebs betrifft nicht immer nur die Brustdrüse. Über Lymph- und Blutbahnen
können Tumorzellen schon vor der Operation in den Körper gelangen. Deshalb
werden Zellgifte, sogenannte Zytostatika eingesetzt.
Eine Chemotherapie wird direkt nach der Operation vorbeugend (adjuvant)
bei günstigen Ausgangsbefunden gegeben. Sie wird auch bei fortgeschrittener,
nicht mehr heilbarer (palliativ) Tumorerkrankung zur Verlängerung
des Lebens und zur Verbesserung der Lebensqualität angewandt. Die
Zytostatika werden als Infusion in regelmäßigen vorgeschriebenen Abständen
verabreicht. Nebenwirkungen können eine Beeinträchtigungen des Blutbildes,
Haarausfall, Schwäche, Übelkeit und Erbrechen sein. Sämtliche Nebenwirkungen
können heute durch entsprechende Maßnahmen weitestgehend vermindert werden.
Antikörpertherapie
Wachstumsfaktoren fördern das Wachstum der Tumorzelle. Bei 25% bis 30%
der Patientinnen kann durch einen Antikörper (Herceptin) das Wachstum
blockiert werden, so dass diese Behandlung bei all diesen Patientinnen
zur Wirkungsverstärkung zusätzlich zur Chemotherapie angewandt
wird. Voraussetzung ist ein positiver sogenannter Her2-Status (mindestens
Score 2+). Aufgrund der aktuellen Studienlage (Hera-Studie) werden bei
uns selbstverständlich auch Patientinnen vorbeugend mit Herceptin behandelt.
Neue Wirkstoffe
Zahlreiche neue Medikamente in Behandlung des Brustkrebses werden derzeit
entwickelt und zum Teil bereits in klinischen Studien untersucht. Dazu
gehören
- neue Zytostatika / neue Zytostatika-Kombinationen
- Wirkstoffe, die die Blutversorgung des Tumors stören, sogenannte
Angiogenesehemmer (z. B. Bevacizumab)
- Wirkstoffe, die wichtige Signalübertragungswege innerhalb der
Tumorzelle unterbrechen (z. B. Lapatinib)
- Wirkstoffe, die wichtige Signalübertragungswege innerhalb der
Tumorzelle regulieren
Es ist zu hoffen und zu erwarten, dass in Zukunft die Behandlugsmöglichkeiten
durch diese Neuerungen weiter verbessert werden können.
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